22.08.-24.08.2026
Acht wanderfreudige DAV-Frauen unter der Leitung von Christiane Barthel, ein traumhafter Höhenweg und wunderbares Bergwetter im Verwall: Bessere Voraussetzungen für eine gelungene Wandertour kann man sich kaum wünschen. Also starteten wir in Partenen im Montafon, ließen uns von der Tafamuntbahn die ersten Höhenmeter abnehmen und machten uns auf den Weg zur 1. Hütte.
Tag 1: Moorzauber und Spätzlefinale
9,5 km · 4 Stunden · 824 Hm Aufstieg. Ab der Bergstation führten einfache Wald- und Bergwege zum Wiegensee. Zwischen Hochmoor, Wollgras und stillen Wasserflächen zeigte sich Vorarlberg beinahe von seiner skandinavischen Seite. Über weiche Moorwege und sanfte Almflächen ging es weiter zur Verbellaalpe, wo wir unsere erste Pause einlegten. Danach wurde der Weg zunehmend alpin: Die Weiden wichen schmaleren Pfaden, alpinen Rasen, Geröll und Fels. Oberhalb der Baumgrenze zog die Steigung merklich an, ehe ein breiter Weg zur Neuen Heilbronner Hütte auf 2.320 Metern führte. Dort wartete die wichtigste Etappe des Tages: selbst gemachte Käse- oder Krautspätzle, reichlich und absolut höhenmetertauglich.
Tag 2: Der Wormser Höhenweg
Bei frostigem Start und strahlend blauem Himmel führte uns die Königsetappe über die Scheidseen und den abwechslungsreichen Wormser Höhenweg: Hochmoor, Bergwiesen, Blockwerk und kurze Felspassagen wechselten sich ab, begleitet von weiten Blicken zur Silvretta, zum Piz Buin und ins Montafon. Nach 22 Kilometern,1200m ständigem Auf und Ab, 9 Stunden Gehzeit und dem letzten 420-Höhenmeter-Anstieg zum Kreuzjoch erreichten wir erschöpft, aber glücklich die Wormser Hütte. Der hauseigene Begrüßungsschnaps traf auf eine Gruppe, die keinerlei Überzeugungsarbeit mehr brauchte.
Tag 3: Hinab ins Silbertal
Frühaufsteherinnen genossen den Sonnenaufgang, Langschläferinnen noch etwas Hüttenruhe. Nach einem reichhaltigen Frühstück ging es dann abwärts ins Silbertal. Der Pfad schlängelte sich in zahlreichen Kehren durch steile Wiesen, Weidegelände und einzelne Felsriegel. Mit jedem Höhenmeter wechselte die Bühne: Weiden mit Murmeltieren, kleine Bergbäche, Wälder und schließlich verstreute Berghöfe. Durch den Wald und zuletzt auf einem Forstweg erreichten wir das Silbertal. Der Bus brachte uns über Schruns zurück nach Partenen. Beim Blick hinauf zu Kreuzjoch und Wormser Hütte wurde noch einmal deutlich, welche Strecke wir gemeinsam bewältigt hatten.Fazit: Drei Tage, drei Landschaftswelten und acht zufriedene Wanderinnen.
Text: Claudia Niemeyer
Fotos: Tourengruppe Bergfreu(n)de