In diesem Jahr fand der Hochtourenkurs erstmals auf der Oberwalderhütte (2.973 m) in den Hohen Tauern statt. Die Anreise erfolgte in Fahrgemeinschaften über die Großglockner Hochalpenstraße bis zur Franz-Josefs-Höhe. Von dort aus erreichte die Gruppe die Oberwalderhütte in rund drei Stunden Gehzeit. Aufgrund der matschigen und rutschigen Verhältnisse erfolgte der finale Zustieg nicht über den Klettersteig, sondern über das hintere Ende des Südlichen Blockkarkees.
Drei Teilnehmende hatten bereits Erfahrung aus früheren Hochtourenkursen und planten daher am ersten Abend selbstständig die Tour für den zweiten Tag. Für die drei neuen Teilnehmenden fand parallel eine ausführliche theoretische Einführung in das Hochtourengehen statt.
Am zweiten Tag brach die Gruppe bei starkem Wind zum Johannisberg (3.453 m) auf. Der steile Anstieg bot beeindruckende Ausblicke auf den Großglockner. Aufgrund der warmen Temperaturen war der Schnee bereits in den frühen Morgenstunden weich. Der Rückweg war dann durch das tiefe Einsinken und die starke Hitze sehr anstrengend. Trotzdem übertraf die Tour - insbesondere für die neuen Teilnehmenden - die Erwartungen an eine ideale Einsteiger-Hochtour.
Der dritte Tag führte zunächst gemütlich in Richtung Mittlerer Bärenkopf. Auf die Überschreitung des anspruchsvollen Firngrates zum Gipfel wurde verzichtet, stattdessen wurde in geeignetem Gelände der Abstieg am Fixseil geübt. Nach einer ausgiebigen Rast am Vorderen Bärenkopf (3.249 m) folgten im Bereich der Hütte Spaltenbergungstrainings sowie im Klettergarten Übungen zu Seil- und Sicherungstechniken wie Ablassen und Abseilen.
Am darauffolgenden Tag stand erneut eine Hochtour auf dem Programm. Über die Bockkarscharte und die Keilscharte gelang schließlich der Aufstieg auf den Mittleren Bärenkopf (3.358 m). Am Gipfel wurde die Gruppe mit grandiosen Ausblicken auf den Stausee Mooserboden und die Gipfel der Glocknergruppe belohnt. In der anschließenden Tourennachbesprechung lag der Fokus auf der Wahl einer sicheren Spur, bevor beim gemeinsamen „Dodelido“-Spielen mit der Sektion Otterfing Konzentration und Nerven auf die Probe gestellt wurden.
Am letzten Tag stieg ein Teilnehmer gemeinsam mit Sebastian Kettner gemütlich über den Klettersteig zur Franz-Josefs-Höhe ab, während der restliche Teil der Gruppe mit Stephan Stickler im Eisbruch intensiv Steigeisentechniken trainierte. Nach einem zügigen Abstieg trafen sich beide Gruppen gegen 14:00 Uhr an der Franz-Josefs-Höhe zur gemeinsamen Heimreise.